Biotop

Das Bio·top

grie­chisch βίος bíos, deutsch ‚Leben‘, und τόπος tópos, deutsch ‚Ort‘

Ein Biotop ist ein konkre­ter, räum­lich abgrenz­ba­rer Lebens­raum. Er defi­niert sich durch abio­ti­sche Umwelt­fak­to­ren wie zum Beispiel Licht, Klima, Gesteins­un­ter­grund oder Wasser­vor­kom­men. Dieser Lebens­raum beher­bergt eine an ihn ange­pass­te Lebens­ge­mein­schaft aus Tieren, Pflan­zen und Pilzen (Biozö­no­se). Zusam­men bilden Biotop und Biozö­no­se ein Ökosys­tem und können nicht vonein­an­der getrennt werden.
Bioto­pe können sowohl natür­lich entstan­den als auch von Menschen geschaf­fen sein. Für die biolo­gi­sche Viel­falt sind auch halb­na­tür­li­che Lebens­räu­me wichtig.

Es gibt verschie­de­ne Möglich­kei­ten, Lebens­räu­me zu typi­sie­ren und gruppieren. 

Biotop­ty­pen sind in Deutsch­land werden insge­samt 863 Biotop­ty­pen unter­schie­den. Diese können wieder­um in neun Biotop­ty­pen­grup­pen zusam­men­ge­fasst werden.

Biotoptypengruppen

In Gefahr

Laut dem Bericht über die Lage der Natur 2020 sind zwei Drit­tel der deut­schen Bioto­pe gefähr­det. Für viele Biotop­ty­pen hat sich der Erhal­tungs­zu­stand in den letz­ten Jahr­zehn­ten deut­lich verschlech­tert oder sind gar von voll­stän­di­ger Vernich­tung bedroht.

 

Die Haupt­ur­sa­che für die Gefähr­dung vieler Lebens­räu­me ist die inten­si­ve Land­nut­zung. Die Hälf­te der Gesamt­flä­che Deutsch­lands wird land­wirt­schaft­lich genutzt. Nicht nur durch den Anbau von Mono­kul­tu­ren sondern auch durch die Entfer­nung von Hecken, Blüh­strei­fen und Weiher u.ä. redu­ziert sich die Anzahl an unter­schied­li­chen Lebens­räu­men auf und um den Acker

Der verstärk­te Einsatz von Dünge- und Pflan­zen­schutz­mit­teln auf den Feldern haben zudem nicht nur einen gravie­ren­den Einfluss auf Wiesen- und Weiden­bio­to­pe, sondern auch auch auf Wasser­le­bens­räu­me. Die Nähr­stof­fe aus dem Dünger über­sät­ti­gen empfind­li­che Gewäs­ser und begüns­ti­gen das Wachs­tum von schäd­li­chen Pflanzenarten.

Ande­re Umwelt­be­las­tun­gen wie Verkehr und Zersied­lung sind weitest­ge­hend öffent­lich bekannt, doch viele Lebens­räu­me gera­ten auch durch die zuneh­men­de Frei­zeit­nut­zung unter Druck. Outdoor-Akti­vi­tä­ten wie Moun­tain­bi­king und Wandern abseits gekenn­zeich­ne­ter Wege, Baden in Seen usw. haben zur Folge, dass Tiere verschreckt und aus ihren Rück­zugs­or­ten vertrie­ben werden, was gera­de in der Brut­zeit verhee­rend ist.

In einem Gebiet, das viel zur Frei­zeit genutzt wird, entsteht zudem oft eine entspre­chen­de Infra­struk­tur: Park- und Camping­plät­ze, asphal­tier­te Wege und Gebäu­de wie Kiosks und Restau­rants redu­zie­ren wieder­um die Lebensraumfläche.

Biotopschutz

Der Schutz von Bioto­pen ist eine wich­ti­ge Maßnah­me, um den Lebens­raum von gefähr­de­ten und vom Ausster­ben bedroh­te Tiere, Pflan­zen und Pilzen zu erhal­ten.
Aus diesem Grund sind beson­ders selte­ne oder empfind­li­che Biotop­ty­pen vor erheb­li­chen und nach­hal­ti­gen Eingrif­fen schon bereits gesetz­lich geschützt, dazu gehö­ren z.B. Moore und Sümp­fe sowie mehre­re Lebens­räu­me in Küsten­nä­he wie Salz­wie­sen und Wattflächen.

Die Bemü­hun­gen in den letz­ten Jahren im Bereich Biotop­schutz zeigen auch erste Erfol­ge: Die Quali­tät der Süßwas­ser­bio­to­pe hat sich in den letz­ten Jahren deut­lich verbes­sert. Durch neue Klär­an­la­gen und Rena­tu­rie­rungs­maß­nah­men hat sich der Zustand von vielen Flüs­sen und Seen deut­lich verbessert.